Samstag, den 05. April 2025 um 19:00 Uhr
Bürgerhaus Krone
Einlass ab 18:00 Uhr
Spalt - „Wenn man feststellen darf, dass sich in unserer unmittelbaren Umgebung noch Dinge verstecken, die für einen Heimatkundler eine kleine Sensation darstellen können, so ist das Spannung pur“, sagt Georg Vogel aus Georgensgmünd. Er stieß bei seinen Nachforschungen auf die Reste eines Holzkohlenmeilers am Reicherzgraben bei Spalt – einer Gegend, wo man solche Holzkohlenmeiler bislang nicht entdeckt hatte. Gerade im Gebiet um Spalt sind Holzkohlemeiler sehr selten und kaum bekannt.
Die Geschichte begann mit der Suche nach Kohlemeilern im Raum der unteren Rezat bei Georgensgmünd. Der dortige Heimatverein hatte erwogen, einen historischen Holzkohlemeiler nachzubauen und zu betreiben. Doch wegen der erfolglosen Standortsuche wurde das Vorhaben auf Eis gelegt.
Georg Vogel hat weiter geforscht. Die erfolglose Standortsuche hat ihn veranlasst, die Suche nach Holzkohlemeilern im Raum Spalt – Georgensgmünd fortzusetzen und die Standorte zu analysieren. Und Georg Vogel ist fündig geworden. Am Reicherzgraben stieß er auf einen versteckten Holzkohlemeiler, einen sogenannten Hangmeiler.
Warum ist der entdeckte Kohlemeiler ein Hangmeiler? „In den vorhandenen Tal-Auen oder gar im Wiesengrund am Flusslauf ist die Platzierung von Meilern unmöglich – schon allein wegen der Bodenfeuchte und der Überschwemmungsgefahr“, erklärt Georg Vogel. „Ob auf den Anhöhen ehemals vermehrt Meiler-Standorte waren, lässt sich heute nur schwer feststellen.“ Durch die immer schon weitgehende landwirtschaftliche Nutzung seien auch Bodenmerkmale als Hinweis verloren gegangen. So seien nur noch an den Berghängen Spuren von Holzkohlemeilern zu finden, wenn auch sehr selten.
„Die Gegebenheiten mussten passten“, so Georg Vogel weiter und zählt bestimmte Voraussetzungen auf, die vorhanden sein mussten: Eine möglichst leichte Anlieferung des Holzes war optimal. Hierzu seien möglichst auf einer Höhenlinie Waldwege angelegt worden. Die leichtere Holzkohle sei meist ins Tal zum Verbraucher befördert worden. „Die Meilerplattform braucht einen sicheren Untergrund, um nicht abzurutschen“, nennt Vogel eine weitere Voraussetzung. Vorteilhaft sei auch ein kleiner Lagerplatz mit Köhlerhütte in der Nähe gewesen.
„Zu jeder Zeit wurde versucht, die Arbeit möglichst zu rationalisieren“, berichtet der Heimatkundler. „So wurde nicht selten versucht, mehrere Holzkohlenmeiler in unmittelbarer Nähe aufzubauen.“ Auch am entdeckten Standort sind all diese Voraussetzungen gegeben und sie machen das Objekt für die Spalter Geschichte und die Erforschung der umliegenden Kulturlandschaft sehr interessant. Somit ist der Nachweis eines Hangmeilers hier im Spalter Hügelland eine kleine Sensation.
Die Köhlerei scheint also auch in der Umgebung von Spalt vorhanden gewesen zu sein. Warum im Nordwesten von Spalt Relikte einer Holzkohlenmeilerei so selten zu finden ist, ist unklar. „Möglicherweise gab es hier weniger Bedarf oder das Jagdgebiet des Markgrafen hatte zu wenig Baumbestand für die Köhlerei“, vermutet der Heimatkundler. „Außerdem ist das Gelände hier sehr hügelig“.
Das Bild des untersuchten Objekts vermittelt einen umlaufenden flachen Wall. Nach allen bekannten Analysen über Holzkohlenmeiler müsste dieser Wall Holzkohlereste enthalten. Wenn in diesem Ringwall keine Kohlereste nachweisbar wären, müsste es sich um ein Relikt mit anderem geschichtlichen Hintergrund handeln, eventuell um ein Rundhaus, um eine Kultstätte oder um ein geplündertes Hügelgrab. Auffällig ist, dass es wesentlich mehr Holzkohlenmeiler auf der rechten Seite der Schwäbischen Rezat gab als auf der linken . In Richtung Spalt werden die ringförmigen Ausprägungen der Meiler im Gelände immer weniger. Diese Merkmale haben sich nur in den Wäldern mit weniger Oberflächen-Störungen erhalten.
Bis zum Beginn der Industrialisierung wurde Holz in großer Menge für die Köhlerei verbraucht. Die Holzkohle wurde in Meilern hergestellt. Sie war ein wichtiger Rohstoff zur Eisenherstellung im Tal der Fränkischen Rezat. „Als Produkt frühgeschichtlicher Gesellschaften sind diese Hinterlassenschaften wie Holzkohlemeilern auch als Kulturgut einzuordnen, so dass sich in der Praxis die Frage nach dem Umgang mit diesen Kulturlandschaftsrelikten stellt“, hebt Georg Vogel hervor.
Georg Vogel wünscht sich, dass die Behörden die Erlaubnis geben, solche Relikte eingehend zu erforschen und Grabungen zu genehmigen, um eine genaue Profil-Analyse zu erstellen, denn es gäbe sicherlich noch einiges zu entdecken.
Bild und Text: ROBERT UNTERBURGER, Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung
Jeder von uns hat ganz verschiedene Erinnerungen an seine Schulzeit. Der Heimatverein Georgensgmünd hat sich die Mühe gemacht, ein opulentes Werk mit 232 Seiten und zahlreichen Fotos herauszugeben, das „400 Jahre Schule in Georgensgmünd - Geschichte und Geschichten von 1623 bis 2023“ eindrucksvoll beleuchtet.
Unter der Federführung von Brigitte Schwarz, der stellvertretenden Vorsitzenden des Heimatvereins Georgensgmünd und ehemalige begeisterte Lehrerin, entstand ein Werk mit interessanten, aber auch sehr unterhaltsamen Erinnerungen, ergänzt durch eine Fülle von Fotos. In der Redaktion haben auch Bärbel und Fritz Volkert mitgearbeitet, das Layout übernahm Dipl. - Designer Walter Matheis.
Das repräsentative Heimat- und Erinnerungsbuch spannt einen weiten Bogen über 400 Jahre Schulgeschichte von den Anfängen im „Kobel auf dem Kirchhof“, einer Winkelschule, in der der Mesner Thomas Kunter ein paar wenige Kinder unterrichtete, bis zur heutigen Dr.- Mehler - Schule in der Wiesenstraße.
Viele Autoren haben dazu beigetragen, die Gmünder Schulgeschichte mit all ihren Facetten zu präsentieren. Vorgestellt werden unter anderem die Sonntagsschule, die Schule im Nationalsozialismus, das jüdische Schulwesen in Georgensgmünd, die Chronologie der Gmünder Schulhäuser, die Lehrkräfte, Hausmeister, Sekretärinnen, Klassentreffen, Einträge in Poesie - Alben, um nur einige Schlagwörter zu nennen.
Autoren sind Gerd Berghofer, Dr. Leonhard W. Bibel, Thomas Hinterholzinger, Karl Kittsteiner, Helmut Kreutzer, Herbert Lang, Christa Mayer, Irmgard Möhnle, Friedrich Rauh, Brigitte Schwarz, Dieter Schlaug, Bärbel und Fritz Volkert und Christa Vorstoffel. Zahlreiche Klassenfotos und Fotos verschiedener Lehrerkollegien lockern die Texte auf und wecken Erinnerungen an so manchen Lehrer und Klassenkameraden.
In mühevoller Recherchearbeit konnte Brigitte Schwarz in Zusammenarbeit mit vielen Zeitzeugen und Heimatforschern die Geschichte mit Geschichten und Episoden aus dem Schulalltag verbinden und so ein Standardwerk erstellen, das einen wichtigen Beitrag für die Gmünder Ortsgeschichte darstellt.
Es ist ein Erinnerungsbuch geworden, in dem man gerne blättert, ein unterhaltsames und farbiges Kaleidoskop mit vielen Erzählungen aus der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Der Leser wird eingeladen zu einem literarischen Spaziergang durch die Gmünder Schulgeschichte, die auch so manche Erinnerung an die eigene Schulzeit weckt. Mit diesem neuen Werk legt der Heimatverein Georgensgmünd eine verdienstvolle Arbeit vor, der man viele Leserinnen und Leser wünscht.
Das Buch hat einen festen Einband, umfasst 232 Seiten und ist, wie alle Bücher des Heimatvereins Georgensgmünd der letzten Jahre, im Querformat gestaltet.
Verkauft wird das neue Buch um 25 Euro bei Brigitte Schwarz, Marktplatz 11, Georgensgmünd, im Büchereistadl Georgensgmünd und im Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur & Tourismus im
„Meiersbeck“, Marktplatz 6 in Georgensgmünd.
Text: Robert Unterburger (RHV), Foto Eva Schultheiß
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